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Mittellandroute

Wir kommen am 02. Juni 2015 abends mit dem Zug in Lausanne an. Wir wollen die Mittellandroute, Nr. 5 von Velo-Land Schweiz, Romanshorn am Bodensee nach Lausanne am Genfersee radeln. Wegen des üblichen Süd-West Windes, haben wir uns für die Entgegengesetzte Richtung entschieden.
Vom Bahnhof zum Camping Vidi in Lausanne hat man höchstens 20 Minuten, es geht nur hinunter bis zum See. Dort liegt die schöne Campinganlage gerade neben dem Gebäude des Internationalen Olympischen Komitees.
Nachdem das Zelt aufgestellt ist und wir geduscht haben, machen wir einen Spaziergang den See entlang, durch den Park des Olympischen Komitees und geniessen die untergehende Sonne mit Blick auf den See und das Mont Blanc Massive.

Ausgangspunkt Lausanne-Vidy

Spatziergang durch den Park des

Olympischen Komitees

Mittwoch 03. Juni 2015 Lausanne - Yverdon les Bains
Km. 58.27
Zeit 3:47 h.
Höhe 591 Meter

Die ersten

Bilder von

der Mittellandroute

Das Waadtländer Hügelland, fast immer ein wenig rauf oder runter.

Wir folgen der Ausschilderung Nr. 5 Richtung Westen. Nach ca. 5 km. ist die Abzweigung Echandens durch Bauarbeiten Blockiert. Es ist nicht so leicht die Route wieder zu finden wenn man sie einmal verloren hat. Bei Penthalaz machen wir unsere Frühstücks-Pause. In der Regel fahren wir erst 15 bis 20 km. bevor wir zum Frühstück einkehren. Hier spricht uns eine junge Frau an um zu erfahren wohin die Reise geht. Sie hilft uns, den richtigen Weg zu finden.

Wenn sie diesen App auf ihr Smartphone herunterladen, werden sie dieses Problem nicht haben. Sie zeigt ihnen den kürzesten Weg auf die richtige Fährte. Leider habe ich diesen App erst gefunden als wir wieder zuhause waren. (Gratis bei Goole play).

 

 

 

 

Von nun an folgen wir der Beschilderung ohne Probleme bis Yverdon les Bains. Wir schauen uns dieses schöne Städtchen an und machen ein paar Fotos.
Ein Einkaufzentrum bietet uns die Gelegenheit, uns mit Speis und Trank einzudecken bevor wir den Zeltplatz aufsuchen.
Den ganzen Tag hatten wir Sonne mit vereinzelten kleinen Wölkchen.
Es ging doch einige Male rauf und runter und mit einer totalen Steigung von fast 600 Meter wird es die anstrengendste Etappe dieser Tour.
Bei einer Temperatur von 30° freuen wir uns auf eine erfrischende Dusche.

Schloss Yverdon

Das Schloss Grandson liegt auf der anderen Seite des Sees

sie lässt sich nicht stören beim Brüten

schöner Zeltplatz in Yverdon-les-Bains

Donnerstag 04. Juni 2015 Yverdon les Bains - Erlach am Bielersee
Km. 65,26
Total 123,53
Zeit 4: 05 h.
Höhe 433 Meter

Estavayer vom Südtor

Fronleichnam Prozession

in Estavayer-le-Lac

Ein hüsches Städtchen

Blick gegen Westen zum See

das Nordtor mit gut erhaltener Stadtmauer

Die Mücken hatten Gesternabend eine Festmahlzeit, es bleibt uns nichts anderes übrig als die nächste Apotheke aufzusuchen um einen anästhesierenden Stift zu kaufen.
Entlang der östlichen Seite des Bielersees fahren wir durch bewaldetes Gebiet. Wir sind dankbar für jeden Meter Schattenfahrt bei dieser Hitze.
Es ist heute Fronleichnam. In Estavayer-le-Lac warten die Leute entlang der Strasse auf die Prozession. Ich höre die Blassmusik schon näher kommen. Es geht nicht lange und die jüngsten, die in weiss gekleideten Kindergärtner und Erstklässler kommen vorbei. Voraus gehend, ein Messdiener mit Kruzifix.

Wieder auf dem Land durch

kleine Weiler und entlang Bauernhöfe

ab und zu eine Srecke um in die Pedalen zu treten

Die Kantonsgrenze verläuft hier ganz verzwickt, mal ist man in Neuenburg, Bern oder Freiburg. Estavayer ist Kanton Freiburg, also Katholisch.
Wir sind froh, dass die Bäckerei und Restaurants offen haben. Es ist hier üblich, dass man sich etwas beim Bäcker holt und das Gebäck bei einer Tasse Kaffee im Restaurant isst. Das ist in Frankreich so und in der Romandie offensichtlich auch. Ich sehe mindestens drei verschiedene Tischchen mit den gleichen Säckchen vom Bäcker wie wir sie haben.
Wie geht der Spruch schon wieder? "Wenn in Rom, tu wie die Römer".

Letzten Blick auf den Neuenburgersee

und schon sind wir wieder auf dem Land, hier wieder ein Feld voller Mond

Wir fahren weiter Richtung Norden manchmal entlang des Sees, manchmal überland oder durch kleine Dörfer. Nach einer Weile überqueren wir den Broye Kanal. Die Verbindung von Murtensee und Neuenburgersee. In Ins (Geburtsort von Albert Anker) ist Mittagstisch. Wir machen an seinem Geburtshaus halt und hoffen, es besichtigen zu können (es ist jetzt ein Museum). Leider ist es nur jeden 1. und 3. Sonntag im Monat geöffnet. Also geht es weiter Richtung Bielersee.

Überquerung Canal de la Broye

Geburtshaus Albert Anker ^

< zum lesen, aufs Bild klicken

Gemeindehaus in Ins

Unterwegs zum Bielersee ^

< sehr steile Gässchen in Erlach

Zentrum Erlach

Die Petersinsel von Erlach aus gesehen

Auf Wiedersehen Erlach

In Erlach am Fusse der St. Petersinsel liegt der Zeltplatz. Duschen und Zelt aufstellen ist schnell gemacht und dann das schöne Dörfchen Erlach anschauen. Die Strässchen sind sehr steil, ich schätze etwa 20%. Das Schloss wird jetzt als anthroposophische Bildungsinstitution für normal begabte, meist lernbeeinträchtigte Kinder und Jugendliche genutzt.

Blick vom mittelalterlichen Erlach auf den tiefer gelegenen neuen Stadtteil und Bielersee

Freitag 05. Juni 2015 Erlach - Solothurn
Km. 50,68
Total 174,21
Zeit 3: 03 h.
Höhe 113 Meter

Links das neue und rechts das alte Kraftwerk am Aarekanal bei Hagneck am Bielersee

Eine einfache und schöne Route steht uns heute bevor. Zuerst entlang dem Bielersee, später der Aare und alles ziemlich flach.
Die ersten 10 Kilometer bis zum Aare Kanal fahren wir meistens auf bewaldeten Radwegen. Wir sind sehr froh darüber, denn die Temperatur soll am Nachmittag wieder 30 Grad erreichen.
Bei Hagneck steigen wir ab um uns das neue Aare Kraftwerk beim Seeeintritt anzusehen.

Kraftwerk in Hagneck

bei Nidau verlassen wir den Bielersee

blühendes Feld mit Leinpflanzen

Nidau - Büren- Kanal

Brücke über Kanal >

Störche suchen nach Leckerbissen auf neu gepfügtem Feld

Einen Moment sind wir unachtsam und schon verlieren wir die sonst gut beschilderte Route. Diesmal brauchen wir nicht so lange wie am ersten Tag um sie wieder zu finden. Dafür kommen wir an einem blühenden Flachsfeld vorbei. Es ist das erste mal, dass ich in der Schweiz so ein Feld sehe. In den nördlichen Ländern trifft man öfter auf solche hellblau gefärbte Landschaften.
Bei Nidau geht es Richtung Osten der Aare entlang. In Brügg sehen wir ein grösseres Einkaufzentrum. Die richtige Zeit für ein ausgiebiges Frühstück. Büren a.d. Aare ist zu schön um daran vorbei zu fahren, so machen wir nochmals eine Pause und besichtigen das Städtchen etwas genauer.
Nachmittags fahren wir nur über Radwege Linksseitig der Aare entlang, bis zum TCS Zeltplatz kurz vor Solothurn, den wir schon früh erreichen.

Zentrum von Büren a.d. Aare

Ein schönes mittelalterliches Städtchen

Samstag 06. Juni 2015 Solothurn - Brugg
Km. 83,75 Km.
Total 257,96
Zeit 4: 46 h.
Höhe 269 Meter

Altes Spital Solothurn

Blumenmarkt in Solothurn

Rastplatz für Picknick

Ein heftiger Sturm zwang mich um ca. 23:00 h. aufzustehen. Ich hatte nicht damit gerechnet dass es so weit kommen würde. Die Sturmseile hatte ich vergessen zu befestigen. Kaum wieder im Zelt, begann es wie aus Kübeln zu regnen. (Nach so einem heissen Tag muss man doch damit rechnen)
Die Sonne steht früh am Himmel und hat das Zelt schon getrocknet als wir aufbrechen.
Zuerst fahren wir ins Zentrum von Solothurn wir wollen die St. Ursen-Kathedrale besichtigen.
Heute ist Marktag. Feine Sachen gibt es zu kaufen aber unsere Gepäcktaschen sind schon ziemlich voll.

 

Landschaft entlang der Aare

Wunderbar angelegte

Fischtreppe beim

Kraftwerk Aarburg

Kirche Aarburg

Jugendheim Aarburg

Olten

Den ganzen Tag begleitet uns die Aare. Mal diesseitig mal jenseitig des Flusses fahren wir an kleineren Dörfern wie Walliswil oder Wolfwil und grösseren Städten wie Olten und Aarau vorbei. Also eine sehr abwechslungsreiche Route.
Kurz vor Aarburg ist ein Fluss-Kraftwerk. Eine vorbildliche Fischtreppe hat die Firma Alpiq gebaut. Habe noch nie eine so schöne gesehen.
Die Altstadt von Olten hat mich angenehm überrascht, eine alte Holzbrücke und Häuser aus dem 17 und 18 Jh haben mich beeindruckt.
Aarau unsere Kantonshauptstadt kennen wir, deshalb bleiben wir auf dem Radweg entlang der Aare und kommen nach einer Weile in Brugg an.

über eine breite und schöne Brücke

verlassen wir Olten (Schloss Falkenstein)

und folgen weiter der Aare

Aarau - Kantonshauptstadt

Hier hatten früher die Berner das Sagen

Schloss Altenburg, jetzt Jugendherberge

Wir übernachten in der Jugendherberge Altenburg. Hier lebte Lanzelin ( 991), Sohn von Guntram dem Reichen (Stammvater des Fürstengeschlechts der Habsburger) Sein Sohn, Radbot ist Erbauer der Habsburg und des Klosters Muri. Einige Jahrzehnte später nahm das Geschlecht den Namen dieser Burg an.
An der Seite der Burg ist noch ein Überrest einer Römischen Mauer zu sehen. Diese Gegend um Brugg herum war ein wichtiges Römisches Legionslager, Vindonissa. (Hier kommen die Flüsse Aare Reuss und Limmat zusammen und bildet einen natürlichen Durchgang Richtung Norden). Dieser wichtige Weg musste kontrolliert werden.
Wir bekommen das Zimmer "Otto von Habsburg", genannt nach dem ältesten Sohn des letzten Kaisers von Österreich.

bevor die Habsburg gebaut wurde war dies der Sitz der Habsburger-Dinastie

Frühstücksraum im Schloss Altenburg mit einem alten Kachelofen. Links Wappen von Altenburg, in der mitte die der Habsburger und rechts der Stadt Brugg

< An der Frontseite des 1000 jahr alten Schloss Altenburg ist noch ein Rest-Mauer aus der Römerzeit zu sehen die noch 1000 Jahre älter ist

Sonntag 07. Juni 2015 Brugg - Winterthur
Km. 76,61
Total 334,57
Zeit 4: 38 h.
Höhe 564 Meter

Die Badstrasse in der sehr schönen Altstadt von Baden

< Stadttor und ^ Mittelalterliche Strasse welche zum Fluss Limmat fürht

Heute brauchen wir das Zelt nicht ab zu bauen sondern können ein reichhaltiges Frühstück selber zusammenstellen und die Ruhe geniessen. Es ist eine kleine J.Herberge mit nicht vielen Leuten. Wir fahren wieder bei schönstem Wetter ab und die Prognosen sind gut.
Nach ca. 13 km. radeln wir durch die Altstadt von Baden, überqueren eine alte Holzbrücke über die Limmat und machen Halt im Kloster-Garten Wettingen.
Erstens ist der Weg gut ausgeschildert und zweitens können wir uns an dem Fluss Limmat orientieren. Ich habe Befürchtungen in der dicht bevölkerten Gegend um den Flughafen Kloten herum mit dem Autoverkehr in Kontakt zu kommen, aber weit gefehlt. Durch das ganze Stadtgebiet werden wir nur über Radwege geführt bis wir wieder auf dem Land sind.

über diese Brücke verlassen wir Baden

und besuchen Kloster Wettingen mit Garten

und weiter geht es über Land

am Katzensee vorbei

um den Flughafen herum doch immer

auf Radwegen

Wir haben die Limmat verlassen, es geht weiter entlang dem Katzensee, Wälder, Getreidefelder und Wiesen. Nach Lindau und Winterberg kommen wir in einen Wald. Herrlich bei dieser Temperatur von weit über 30°.
Plötzlich fliesst rechts von uns ein Bach. Radfahrer bestätigen dass es die Töss ist. Wir haben die offizielle Route nun verlassen, da wir den Zeltplatz Schützenweiher suchen. Es ist für Einheimische ein bekannter Ort, so müssen wir nur einmal fragen und schon finden wir unsere Übernachtungsstädte.
Nach Zeltaufstellen und duschen bleibt uns noch viel Zeit um uns zu vergnügen. Ein schöner Weiher, viele Wanderwege und ein Restaurant vis-a-vis um eine kühlende Glacé zu geniessen.

Zwischen Bassersdorf und Winterthur endlose Radwege. In Winterthur ein

Schützenweiher mit Camping und Restaurant

Donnerstag 25. Juni 2015 Winterthur - Romanshorn
Km. 80.62
Total 415,19
Zeit 4: 29 h.
Höhe 560

Altstadt von Winterthur

jetzt entlang der Töss

Rikon mit dem Tibeter-Kloster

Sie sehen am Datum, dass heute gut 2 Wochen vergangen sind.
Das Wetter war so schlecht und die voraussichten für die kommenden Tage nicht viel besser. Wir haben uns entschlossen nach hause zu fahren und die letzte Etappe zu verschieben bis die Bedingungen wieder Sommerlich sind.
Heute ist es soweit, wir fahren mit dem Auto zum Punkt wo wir die Reise unterbrochen haben, am Schützenweiher in Winterthur.(die Vorteile wenn man Pensioniert ist.) Wir laden die Fahrräder aus und fahren die letzte Etappe "leicht". Alles was nicht nötig und schwer ist lassen wir im Auto, denn in Romanshorn nehmen wir den Zug zurück nach Winterthur.
Der Schützenweiher liegt im Norden von Winterthur und die Mittelland- Radroute im Süden.

ZwischenTurbenthal und Bichelsee, das Dorf Seelmatten

Schönes Fachwerkhaus in Sirnach

bei dieser Brücke in Will finden wir die Thur

ein Stück weiter ist sie schon einiges ruhiger

weiter auf asphaltierten und Schotterwege

Das gibt uns die Gelegenheit die Altstadt zu erkunden. Anschliessend müssen wir die Tösstalstrasse finden um auf die gekennzeichnete Mittellandroute zu gelangen. Bis Turbenthal werden wir dem Fluss Töss folgen. Wir kommen durch Rikon mit dem Tibet-Kloster. 1959 fand der Aufstand in Tibet statt. Von den 100.000 Tibetern die nach Indien flüchteten wurden 1000 in die Schweiz aufgenommen. Hier in Rikon bauten sie ein Kloster.
Nach Turbenthal biegen wir links ab Richtung Bichelsee.
Der Weg führt abseits der Hauptstrasse, entlang kleiner Weiler und Bauernhöfe. Nur ein kurzes Stück beim Bichelsee, kommen wir in Kontakt mit der Strasse.
Via Sirnach erreichen wir zur Mittagszeit Will, für uns Mittagspause und genügend Gelegenheiten zum essen. Einkaufszentrum mit Restaurant und Gaststätten die bei so schönem Wetter ihre Tische und Stühle draussen aufgestellt haben.

durch überdeckte Holzbrücke

und entlang der Thur

und durch viel Wald kommen wir in

die Obststadt Bischofzell. Hier haben wir ein Schild verpasst aber

bei Riet sind wir wieder auf der richtigen Fährte

fahren entlang Schloss Hagenwil

Bevor wir den ausgeschilderten Weg wieder finden, fahren wir bis zum Fluss. Zum Glück kommt ein Radfahrer vorbei der uns auf die richtige Fährte verhilft. Nach 2 bis 3 Kilometer auf Schotterwegen entlang der Thur, verläuft plötzlich parallel eine Autobahn mit Tankstelle. Durch ein offenes Tor gelangen wir zum Restaurant und genehmigen uns hier das Dessert.
Ca. 15 km. bis Bischofszell fahren wir auf Schotterwegen meistens entlang der Thur.
Hier übersehen wir eine Markierung aber in Riet bei Zhilschlacht finden wir wieder die Route.
Via Hagenwil, Steinebrunn und Hungerbüel erreichen wir das Ziel unsere Reise, Romanshorn am Bodensee.

Ein Zeppelin gleitet über dem Bodensee

Ziel in Sicht, der Bodensee

Erdbeeren in Kontainer

Ziel erreicht

Das Auto steht schon bereit aber zuerst noch ein kühlendes Glacé am Schützenweiher

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